Route des Grandes Alpes
Die Vorbereitungen
Um diese Reise vollständig zu erzählen, muss ich bereits etwas vorher beginnen.
Im Frühjahr begann ich mit dem Umbau meines Busses. Die bisherigen Möbel, Wände, Boden, Isolation etc. kam raus. Anschliessend habe ich den Flugrost beseitigt, sehr mühsam die Wände vom starken Kleber der vorherigen Isolation befreit und schliesslich mit dem Isolieren des Bodens und der Bodenplatte begonnen und die Dieselstandheizung eingebaut. Dies war grundsätzlich auch der unveränderte Stand vor meiner kurzen Reise im Oktober.
Da mir der Boden und eine nicht angeschlossene Heizung nicht viel bringt, habe ich mich dazu entschieden ein kleines provisorisches Stromsetup für Heizung, Kühlbox und Licht zu bauen. Alles Notwendige dafür war bestellt, um dies ein paar Tage vor Reisebeginn zu verbauen. Als ich dies tun wollte, bemerkte ich aber, dass ich aus Versehen ein 24 Volt Booster anstelle eines 12 Volt-Booster gekauft habe. Dies verzögerte meine Pläne, sodass ich am Freitagabend, an dem Tag, an dem ich loswollte, alles noch verbauen musste.
Nachdem dann aber alles eingebaut und eingepackt war ging es freitagabends, kurz vor Mitternacht, los in Richtung Wallis. Der ursprüngliche Plan, auf dem Grimselpass zu übernachten, habe ich schnell wieder gestrichen, nachdem ich die Preise für die Parkplätze gesehen habe. Also ging es noch auf einen kurzen Umweg bis in die Hälfte vom Nufenenpass, wo ich nur mit Bezahlen der Kurtaxe, übernachten durfte.
Am Samstag ging es vom Nufenenpass durchs Wallis zum Genfersee ins kleine Städtchen, auf französischer Seite, Thonon-les-Bains, von wo am Sonntag meine Reise dann so richtig startete.
In Thomon-les-Bais startet die rund 685 Km lange Route des Grandes Alpes, welche über 21 Alpenpässe bis ans Mittelmeer ins Dörfchen Menton führt.
Die Route des Grandes Alpes
In Thomon-les-Bais startet die rund 685 Km lange Route des Grandes Alpes, welche über 21 Alpenpässe bis ans Mittelmeer ins Dörfchen Menton führt.
Was gibt es Traumhafteres als eine Route die dich Tagelang durch die Alpen über unzählige Pässe mit unendlichen Kurven führt? Nicht viel würde ich sagen. Bereits die ersten Pässe, welche alle nur knapp über 1000 Meter über Meer führen, haben mir bereits einen Vorgeschmack gegeben, was auf mich zukommen wird. Sie waren eng, uneben aber mit wunderschöner Aussicht. Da es Sonntag war, war auch einiges an Verkehr auf den Bergstrassen, was sich aber ab Montag zum Glück schnell änderte.
Zwischen den Pässen führte die Route vom einem ausgestorbenen Skidorf ins Nächste. Man merkt, die Zwischensaison ist in vollem Gange. Die meisten Häuser sind leer, die Hotels und Einkaufsläden haben geschlossen und die Dörfer waren voll mit Baustellen, bei denen es die Franzosen scheinbar lieben, Ampeln mit unnötig langen Rotlichtphasen zu installieren.
Auch die Landschaften und Strassen waren weitaus interessanter, als ich mir dies im Vorhinein vorgestellt habe. Ja es sind die Alpen, was man an vielen Bergen auch gut erkennen kann, und trotzdem wirkt es anders als in der Schweiz. So ganz genau erklären kann ich es nicht, aber die Berge wirken «Runder». Sie sind oftmals weniger felsig, viel eher grünbewachsen. Gerade im Süden haben die Berge ihre typische südländische Form angenommen, das Gestein ist oranger, die Vegetation besteht hauptsächlich aus Büschen und Blumen blühten noch viel grosszügiger als im Norden.
Die Route des Grandes Alpes führt am höchsten Punkt auf 2770 Meter über Meer, die höchste Zahl, welche mein Bus und ich bisher erreicht haben. Ganz allgemein hat mein Bus die Reise ohne jegliche Probleme überstanden, die unzähligen Kurven, Bodenwellen und knappen Situationen mit der Felswand aufgrund von Gegenverkehr, meisterte er, als wenn es seine erste Reise wäre.
Am Mittwoch erreichte ich das Mittelmeer, genauer gesagt die Küstenstadt Menton. Leider war es mir nicht möglich, einen Parkplatz zu finden, weshalb ich mich dazu entschloss ins nahegelegene Monte-Carlo, beziehungsweise Monaco, zu fahren, welches ohnehin auf meiner Bucketlist stand. Auch dort stellte sich die Parkplatzsituation als schwierig heraus. Im Vorhinein habe ich mir ein Parkhaus am Hafen ausgesucht, welches scheinbar genügend Hoch war für meinen Bus. Als mich mein Navi allerdings auf eine Fähre navigieren wollte, um ins Parkhaus zu gelangen, habe ich diese Mission wieder abgebrochen. Ich fuhr dann noch einige Runden durch Monaco, zum einen um die befahrbaren Abschnitte der Formel 1 Strecke, mit unter der Fairmont Hairpin, zu befahren zum anderen aber auch weil ich den Weg aus der Stadt nicht gefunden habe.
Der Abschluss meiner Reise führt mich über einen Teil der Route Napoleon, einer weit unspektakuläreren Alpenstrasse, wieder Richtung Norden. Etwa in der Hälfte fahre ich Richtung Osten nach Italien, vorbei an Turin und über den Simplon- & Grimselpass zurück nach Hause.
Mein provisorisches Stromsetup funktionierte, als wäre es nicht provisorisch. Das Einzige, was nicht die ganze Reise überstanden hat, war meine Luftmatratze, welche in der letzten Nacht den Geist aufgegeben hat.
Zum Abschluss des Blogs möchte ich gerne noch auf die Seite www.paesse.info verweisen, von welcher ich meine Informationen zur Route des Grandes Alpes, wie zum Beispiel die in Google Maps integrierbare Streckenführung erhalten habe. Auf der Website finden sich auch Streckeninfos zu diversen anderen Pässen und Routen durch die Schweizer, französischen und italienischen Alpen, für Fahrrad-, Motorrad- und Autofahrer auf Asphaltierten wie auch nicht asphaltierten Strassen.
Ich bedanke mich fürs Lesen und freue mich schon bald von meinem nächsten Abenteuer zu berichten :)